Paveru’s Weblog

mehr Wissen und so weiter …

Noch mal Marienkäfer!

Marienkäfer im Anflug - Nur ein Naturereignis?

Marienkäfer im Anflug - Nur ein Naturereignis?

Diese Käfer sind eine wirkliche Invasion. Und jetzt sind das auch noch Tiere aus Asien, die unsere heimischen Marienkäfer verdrängen. Zum mindestens wird das beim Bäcker an der Ecke und in vielen Medien entsprechend diskutiert.

Und schon sind wir mitten drin in einer Diskussion über Schein und Sein, was ist reale und was ist gefühlte Bedrohung?

Laut Professor Michael Schmitt, Leiter der Abteilung Arthropoda (Gliedertiere) im Zoologischen Forschungsmuseum Alexander Koenig, suchen die Insekten einen Platz, an dem sie nicht erfrieren (das kann ich sehr gut verstehen). Der Asiatische Marienkäfer, dessen Kleid sehr variantenreich ist, wurde von Menschen eingeführt. Er sei aus Gewächshäusern ausgebüchst, wo er zur Blattlausbekämpfung eingesetzt wurde, so der Insektenforscher. Konkurrenz zwischen dem Einwanderer und den heimischen Arten gebe es zwar. Schmitt hält es aber für „extrem unwahrscheinlich“, dass der Asiat den Siebenpunkt komplett verdrängt. http://www.general-anzeiger-bonn.de/index.php?k=loka&itemid=10490&detailid=508152

So weit die rationale Wissenschaft.

Gefühlt ist das sehr verwirrend. Wir wollen ein Fenster schließen und überall krabbelt es und die Wahrscheinlichkeit, dass wir Tiere zerquetschen ist bei nahezu 100 %, da sie einfach schneller sind als wir. Sie sind überall und kommen auch durch alle Ritzen. Hilfe, unser Haus ist undicht …

Schließlich kann man auch beobachten, dass die Tiere sich gegenseitig auffressen, da sie wahrscheinlich keine Blattläuse mehr finden, jedenfalls nicht mehr in den Massen, wie sie Hunger haben.

Warum irritieren uns Naturereignisse so sehr?

Sie sind ausserhalb unserer Kontrolle und die Käfer zeigen uns sehr deutlich, dass wir die Asiatischen Marienkäfer für die Schädlingsbekämpfung einführen und die Folgen nicht einschätzen können.

Und wir spüren, dass wir auch in täglichen Entscheidungen immer wieder an unsere Grenzen kommen und Konsequenzen nicht überschauen.

Diese Hilflosigkeiten lassen uns dann ein Phänomen wie mit den Marienkäfern als bedrohlich erscheinen, weil wir unsere alltäglichen, häufig ignorierten Gefühle endlich an einem konkreten Ereignis festmachen können.

Oktober 14, 2008 - Verfasst von patricia veigel-runte | Auf unserer Gartenbank ... | , , , , , , , , , , , , , , | Noch keine Kommentare

Noch keine Kommentare.

Kommentieren

Du musst angemeldet um einen Kommentar abzugeben.